Bewerbung und Bewerbungstipps


Die Bewerbung ist die gebräuchlichste Art, auf eine Stellenanzeige oder Stellenausschreibung zu antworten. Der Bewerber gibt darin seine Qualifikationen, Fähigkeiten und seine Beweggründe, sich zu bewerben, an. Dadurch hofft er, in den Kreis der Auswahlkandidaten für ein Bewerbungsgespräch oder auch Vorstellungsgespräch zu gelangen. Bewerben bedeutet große Vorbereitung und Planung, bis schließlich die fertige Bewerbungsmappe vorliegt. Welche Arbeiten und Überlegungen liegen vor dem Beginn der Erstellung. Worauf ist zu achten?
Die Art der schriftlichen Bewerbung ist nicht normiert. Ein Muster mit universeller Gültigkeit gibt es nicht. Wenn es allerdings in der Stellenbeschreibung schriftlich formulierte Vorgaben für die Gestaltung der Bewerbungsunterlagen gibt, müssen diese auch exakt eingehalten werden. Ansonsten gibt es sowohl hinsichtlich der Form, als auch des Inhalts vielfältige Varianten. Dennoch gibt es Eckpunkte, nach denen man sich richten sollte. Dabei ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Bewerbung fehlerfrei, sauber, vollständig und ansprechend erstellt wurde. Sie ist nämlich der erste Eindruck des möglichen potentiellen Arbeitgebers.

Themenüberblick Bewerben

  • Bewerbungstipps


  • Bewerbungsvorbereitung


  • Anschreiben


  • Deckblatt


  • Lebenslauf


  • Bewerbungsfoto


  • Die Dritte Seite


  • Unterlagen im Anhang

Experten raten dazu, vor der Erstellung mehrere Quellen heranzuziehen, um anhand mehrerer Vorschläge, möglichst vielfältige Ideen für die eigene Bewerbung zu erhalten.
Allein auf dem Buchmarkt und im Internet existiert eine Fülle von Ratgebern mit ganz konkreten Vorschlägen, Vorgehensweisen und Musterbeispielen für alle unterschiedlichen Teile der Bewerbung. Siehe dazu unter anderem im Internet bewerbung.de, bewerbung-tipps.com, bewerbung.net, bewerbung-schreiben.de, karrierefuehrer.de, karriere.de.
Vor der schriftlichen Bewerbung steht die Vorbereitung, gerade dann, wenn Sie noch nicht genau wissen, was Sie eigentlich wollen, welche beruflichen Ziele Sie verfolgen. Für diesen Fall hat das Internetportal Bewerbung-Tipps.com einen hilfreichen Leitfaden in vier Punkten zusammengestellt, an dem Sie sich orientieren können:

Bewerbungsvorbereitung

Egal ob Sie sich einen Arbeitsplatz oder einen Ausbildungsplatz suchen, Sie müssen sich im Klaren darüber sein, was Sie wollen! Das klingt selbstverständlich, doch wie oft bestimmen überzogene Wünsche die berufliche Zukunft? Werden Sie sich bewusst, was Sie möchten. Nur so können Sie überzeugend wirken und somit Ihr Ziel erreichen.

Selbstanalyse

Ihre erste Aufgabe besteht darin, herauszufinden, wofür Sie geeignet sind und was Sie sich wünschen. Sie brauchen eine "Bestandsaufnahme" von sich.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Habe ich ein Talent oder eine besondere Begabung?


  • Worin habe ich bereits Erfahrungen gesammelt?


  • Habe ich Qualifikationen?


  • In welchen Bereichen liegen meine Stärken?


  • Decken sich meine Fähigkeiten mit meinen Interessen?


  • Wie sieht mein optimaler Arbeitsplatz aus (Arbeitszeit, Aufstiegschancen, ...)?


  • Wofür bin ich überhaupt nicht geeignet bzw. was fällt mir schwer?


  • Welches Berufsfeld kommt für mich in Frage?

Analyse des Arbeitsmarktes

Als nächstes führen Sie eine Analyse des Arbeitsmarktes durch. Dadurch können Sie herausfinden, ob der gewünschte Beruf oder Ausbildungsplatz Zukunft hat und welche Anforderungen bestehen. Weiterhin bietet sich Ihnen bei diesem Schritt bereits die Möglichkeit, geeignete Unternehmen auszuwählen. Machen Sie sich mit der gewünschten Branche vertraut (Anforderungen, Voraussetzungen, gegenwärtige Situation, voraussichtliche Entwicklungen in der Branche ...). Die Quellen hierfür sind vielfältig, z.B.: Internet, Firmenbroschüren, Nachrichten/Presse, Literatur/ Zeitschriften, Arbeitsberater, Bekannte.

Leistungsbilanz

Der erste Schritt im Bewerbungsprozess ist die Erstellung einer Leistungsbilanz. Sie bildet die Ausgangsbasis für eine erfolgreiche Bewerbung und wird Ihnen im weiteren Bewerbungsprozess eine wertvolle Hilfestellung bieten.
Hierfür müssen Sie sich einen Überblick über Ihre täglich eingesetzten Fähigkeiten verschaffen. Weiterhin sind frühere Tätigkeiten, Fort- und Weiterbildungen sowie Ihre Freizeitaktivitäten zu betrachten.

Täglich eingesetzte Fähigkeiten

Listen Sie zunächst Ihre Erfahrungen aus dem derzeitigen Arbeitsverhältnis auf. Berücksichtigen Sie auch Sonderaufgaben, wie beispielsweise Urlaubsvertretungen. Hilfestellungen bieten Ihnen der Arbeitsvertrag, Beurteilungen, Zwischen- und Arbeitszeugnis sowie Ihre alten Bewerbungsunterlagen. Möglicherweise besitzen Sie auch eine detaillierte Stellenbeschreibung.

Beantworten Sie folgende Fragen:

  • Wie lautet die Berufsbezeichnung bzw. der Name der Position?


  • In welchen Unternehmensbereichen waren Sie tätig?


  • Welche Aufgabenstellungen haben Sie täglich durchgeführt?


  • Welche Sonderaufgaben haben Sie bewältigt?


  • In welchen Projekten haben Sie mitgewirkt?

Formulieren Sie für die Punkte 2 bis 5 jeweils mindestens zwei Stichpunkte. Gehen Sie anschließend einen Schritt zurück und analysieren Sie Ihre vorherige Arbeitsstelle. Nehmen Sie sich so nacheinander jeden Arbeitsplatz vor.

Fort- und Weiterbildungen

Einen wichtigen Indikator für Ihre Lernbereitschaft sind Fort- und Weiterbildungen.

Gehen Sie hier entsprechend dem folgenden Schema vor:

  • Wissen, das Sie sich selbst angeeignet haben


  • Weiterbildungen, die Sie selbst initiiert haben


  • Weiterbildungen, die das Unternehmen initiiert hat


  • Literatur, die Sie regelmäßig lesen

Freizeitaktivitäten

Freizeitaktivitäten runden Ihre Leistungsbilanz ab. Formulieren Sie hier Ihre Interessen, Hobbies, Mitgliedschaften in Vereinen etc. Im Ergebnis Ihrer Analyse werden Sie erkennen, dass Sie wesentlich mehr bieten, als Sie anfangs angenommen haben.

Stärken-und-Schwächen-Analyse

Nach der Erstellung einer Leistungsbilanz besteht die nächste Aufgabe in der Analyse Ihrer Stärken und Schwächen (Strength-Weakness).

Stellen Sie sich selbst die folgenden Fragen:

  • Wie sehe ich mich selbst?


  • Was liegt mir besonders gut?


  • Was liegt mir weniger?

Voraussetzung ist Ehrlichkeit! Denn sonst kommen Sie in die Gefahr in Ihrem neuen Job über- oder unterfordert zu sein. Bei der Analyse müssen Sie systematisch vorgehen. Zu unterscheiden sind Hardskills und Softskills.
Unter Hardskills versteht man Ihre fachliche Kompetenz, wie bspw. Ausbildung und Fachwissen. Softskills bilden dagegen die soziale Kompetenz, wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und Belastbarkeit. Erkennen Sie Ihre Stärken und Schwächen in beiden Bereichen.
Um den Personalverantwortlichen zu überzeugen, ist es nicht nur wichtig Stärken und Schwächen zu erkennen, sondern diese mit Beispielen zu belegen. Hier wird der Nutzen Ihrer erstellten Leistungsbilanz deutlich. Natürlich können (und sollten) Sie auch Meinungen anderer Personen einholen.

Beginnen Sie mit der Analyse im Bereich Hardskills.

Belegen Sie jede Stärke/Schwäche an mindestens 2 Beispielen aus Ihrer beruflichen oder privaten Praxis.
Beispiel Hardskill
Stärke: Analyse von Geschäftsprozessen; Beleg 1: Seminar Geschäftsprozessmodellierung; Beleg 2: Analyse von Geschäftsprozessen bei XY AG.
Schwäche: fehlende Oracle-Kenntnisse; Beleg 1: bisher nur Umgang mit DBMS MySQL; Beleg 2: Oracle-Weiterbildung von XY AG abgelehnt.

Fahren Sie anschließend mit den Softskills fort.

Beispiel Softskill
Stärke: Teamfähigkeit; Beleg 1: 4 Jahre im Team als Programmierer gearbeitet; Beleg 2: Mitglied in einem Verein seit 8 Jahren.
Schwäche: Mitarbeiterführung; Beleg 1: keine Erfahrung als Projektleiter; Beleg 2: bisher keine Personalverantwortung.
Natürlich sollten Sie bei einer Bewerbung Hauptaugenmerk auf Ihre Stärken legen. Die Kenntnis Ihrer Schwächen ist aber wichtig, um Sie gezielt bearbeiten bzw. kompensieren zu können (z.B. durch Weiterbildungen und Seminare). Beachten Sie auch, dass sich manche Schwächen in bestimmten Berufen als Stärken erweisen.

Firmensuche

Potentielle Arbeitgeber können Sie auf den unterschiedlichsten Wegen finden. Die folgende Zusammenstellung der verfügbaren Medien soll Ihnen eine Hilfestellung bei der Suche sein.
  • Printmedien: bundesweite und regionale Zeitungen & Zeitschriften, Fachmagazine, Firmenbroschüren, Branchenbroschüren, Gelbe Seiten, Nachschlagewerke.


  • elektronische Medien: Stellenmärkte im Internet (z.B. www.jobsundhandel.de, www.jobware.de etc.) Oftmals haben Sie dort auch die Möglichkeit, ein kostenloses Stellengesuch bzw. einen Lebenslauf zu schalten.


  • Außerdem: Firmenwebsite, diese verfügen meist über eine Rubrik "Stellenangebote"; CDs und DVDs; Suchmaschinen (Google.de etc.); Agentur für Arbeit; Personalberater; Stellen-Informations-Service (SIS); Arbeitsvermittler, verfügen meist über gute Kontakte zu Arbeitgebern. Achten Sie auf Seriosität!; Direkter Kontakt; Fachmessen und Kongresse, Hochschulmessen, Praktika in Unternehmen, Seminare, persönliche Kontakte über Freunde und Bekannte.

Stellenanzeigen auswerten

Haben Sie eine interessante Stellenanzeige gefunden, so müssen Sie diese im nächsten Schritt gründlich analysieren. Nur so können Sie Ihre Bewerbungsunterlagen optimal auf die Stelle abstimmen. Durch eine Analyse der Stellenanzeige finden Sie heraus, welche Erwartungen das Unternehmen an den Wunschkandidaten stellt. Wenn Sie die Erwartungen des Unternehmens kennen, kann man diese aufgreifen und gezielt in die Bewerbung einarbeiten. Jede Stellenanzeige ist im Grunde nach dem gleichen Muster aufgebaut. Nach Bewerbung-Tipps.com lässt sich eine Stellenanzeige in 5 Informationsblöcke gliedern.

Informationsblöcke

  • Informationen zum Unternehmen: Im ersten Abschnitt stellt sich das Unternehmen vor. Sie erhalten Informationen zur Unternehmensgröße, Branche, Standorte und Reichweite (national/international). Weitere Informationen erhalten Sie in der Regel auf der entsprechenden Firmenhomepage im Internet.


  • Informationen zur Stelle: Ihre zukünftigen Aufgaben werden in Kurzform beschrieben. Ein Abgleich mit Ihrer Leistungsbilanz hilft Ihnen, Parallelen zwischen den Aufgaben der neuen Stelle und Ihren derzeitigen oder früheren Arbeitsgebieten zu finden.


  • Erwartungen an den Bewerber: Hier führt das Unternehmen wichtige Anforderungen an den Wunschkandidaten auf. Die Anforderungen lassen sich in Softskills und Hardskills unterteilen. Weiterhin finden Sie heraus, welche Anforderungen erfüllt werden müssen (Muss-Anforderungen) und welche möglichst erfüllt werden sollten (Kann-Anforderungen). Nutzen Sie Ihr, in der Stärken-Schwächen-Analyse ausgearbeitetes Persönlichkeitsprofil, um die Erwartungen des Unternehmens mit Ihren Fähigkeiten abzugleichen.Beachten Sie, dass sich eine Bewerbung auch lohnt, wenn Sie Kann-Anforderungen nicht erfüllen. Versuchen Sie in diesem Fall die Anforderung durch eine andere Fähigkeit, die für die Position nützlich sein kann, zu ersetzen. Erfüllen Sie dagegen Muss-Anforderungen nicht, so können Sie sich in der Regel eine Bewerbung sparen.


  • Was bietet Ihnen das Unternehmen?: Hier finden Sie Hinweise auf Fort- und Weiterbildungen, Einarbeitungsmaßnahmen etc.


  • Sonstige Informationen: Der letzte Informationsblock beinhaltet Angaben zur Firmenadresse, Ansprechpartner, Umfang der geforderten Bewerbungsunterlagen und gewünschte Art der Bewerbung. Wurde eine Telefonnummer angegeben, so können Sie einen Informationsvorsprung gegenüber anderen Bewerbern erarbeiten. Sie können beispielsweise erfragen, welche zusätzlichen Fähigkeiten für die ausgeschriebene Stelle von Vorteil sind.

Beachten Sie, dass eine gründliche Auswertung der Stellenanzeige die Basis für passgenaue Bewerbungsunterlagen darstellt! Nur wenn Sie die Erwartungen des Unternehmens kennen, können Sie sich optimal präsentieren.

Literatur

Hesse, Jürgen/Schrader Hans Christian: Die perfekte Bewerbungsmappe. Mit CD-ROM: Kreativ - überzeugend – erfolgreich. Frankfurt 2006.

Öttl, Christine/Härter, Gitte: Schriftliche Bewerbung: Mit Profil zum Erfolg. Anschreiben perfekt formuliert. Vom Kurz-Profil bis zur Online-Bewerbung. Mit Bewerbungsmappen-Check. München 2008.