Dritte Seite


Nach dem Anschreiben und zwischen Lebenslauf und dem Anhang mit den Zeugnissen, Urkunden oder Arbeitsproben gibt es eine sogenannte Dritte Seite, die eine formale Zäsur setzt und gleichzeitig weiterführende Informationen transportiert. Dabei sind zwei Varianten üblich: Zum einen wird auf dieser Seite die soziale Kompetenz herausgestellt, zum anderen wird das fachliche Profil des Bewerbers näher erläutert als es der Lebenslauf zulässt. Die Dritte Seite kann dann auch durchaus mehrere Seiten lang sein, wenn ein Bewerber beispielsweise neben seinem allgemeinen fachlichen Profil noch zu jedem Arbeitsverhältnis ein Individualprofil mit den dort erworbenen Kernkompetenzen hinzufügt.

Inhalte der Dritten Seite

Die Dritte Seite ist nicht verbindlich und kann von einigen Arbeitgebern auch als störend empfunden werden oder als Ablenkung vom Lebenslauf. Anderseits sagt der Lebenslauf nicht unbedingt etwas über die fachlichen Kompetenzen aus, und über die sozialen noch am wenigsten. Wenn der Bewerber also bestimmte Punkte zusätzlich herausstellen möchte oder wenn der Lebenslauf im Grunde ein unzureichendes oder gar falsches Bild von den Fähigkeiten des Bewerbers wiedergibt, ist die Dritte Seite eine gute Möglichkeit, sich zu positionieren.
Insbesondere im sogenannten Qualifikations- oder auch Kompetenzprofil werden die erworbenen Fähigkeiten und das Wissen über die jeweiligen Arbeitsverhältnisse hinweg dargestellt. Die Reihenfolge erfolgt dann thematisch und nicht mehr chronologisch wie beim Lebenslauf. Dies bedeutet einen entsprechenden Arbeitsaufwand bei der Erstellung, denn der Bewerber muss zunächst eine Analyse seiner Kernkompetenzen erstellen und diese anschließend gewichten. Abschließend sind die Punkte dann nach der Wichtigkeit absteigend aufzulisten. Der Personalverantwortliche kann dann die Kernkompetenzen mit den Stationen im Lebenslauf direkt abgleichen und erkennen, welche Qualifikationen sich der Bewerber im Laufe seiner Beschäftigungsverhältnisse erworben hat.

Entwicklung

Die Dritte Seite kommt ursprünglich aus den USA und listet die Schlüsselqualifikationen und persönlichen Schwerpunkte auf, die im Anschreiben und Lebenslauf der Bewerbung nicht genügend herausgestellt wurden und auf die der Bewerber in den Bewerbungsunterlagen noch ausführlicher eingehen will. Mittlerweile gilt ähnliches für den deutschsprachigen Arbeitsmarkt, obwohl es noch sehr branchenabhängig gehandhabt wird und in den handwerklichen Bereichen noch kaum eine Rolle spielt. Im kaufmännischen Bereich und insbesondere bei Führungskräften und bei Hochschulabsolventen ist die Verwendung der Dritten Seite aber bereits durchaus üblich. Da sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt ständig verschärft und großer Konkurrenzdruck herrscht, ist es ein gutes Instrument, um sich positiv von anderen Bewerbern abzuheben.

Dritte Seite mit Kompetenzprofil

  • Erstellen Sie eine Liste Ihrer Kernkompetenzen und Schlüsselqualifikationen nach der Fachkompetenz, Methodenkompetenz, sozialen Kompetenz und der persönlichen Kompetenz


  • gewichten Sie die einzelnen Punkte


  • erstellen Sie daraus eine nach der Wichtigkeit absteigende Liste


  • fügen Sie nun die Punkte in der genannten Reihenfolge zu einem schlüssigen Bild zusammen, dass Ihre Fähigkeiten bestmöglich erscheinen lässt.

Wollen Sie aus der Dritten Seite dagegen eher ein sogenanntes Motivationsschreiben fertigen, dann geht es um die Herausarbeitung der soft skills. Diese müssen mit konkreten Beispielen belegt werden, damit sich der Personalverantwortliche etwas darunter vorstellen kann, wenn Sie ausführen, dass Sie besonders kreativ sind oder besonders gut mit Menschen umgehen können oder sehr kommunikativ sind.

Dritte Seite als Motivationsschreiben

  • Der Text der Dritten Seite beginnt mit einer Überschrift und den Basisdaten, falls sich diese durch alle Seiten der Bewerbung ziehen


  • Überschriften können sein: Was mir sehr wichtig ist; Warum ich mich bewerbe? oder Zu meiner Person


  • beziehen Sie die Überschrift auf den Inhalt


  • argumentieren Sie logisch


  • erzeugen Sie keinen Widerspruch zu den Angaben im Lebenslauf


  • gleichen Sie die Aussagen mit dem Lebenslauf noch einmal ab