Lebenslauf
Der Lebenslauf ist eine Auflistung der wichtigsten individuellen Personendaten in tabellarischer Form. Er wird auch Curriculum Vitae und in seiner Kurzform CV genannt. Der Lebenslauf muss vollständig sein und darf keine Lücken zwischen zwei Daten aufweisen. Dennoch sollten nur die wichtigsten und aktuellsten Punkte Berücksichtigung finden. Je länger jemand im Berufsleben und bei unterschiedlichen Firmen beschäftigt ist, desto mehr rückt die Vorberufliche Zeit in den Hintergrund. Ist man Hingegen Schul- oder Hochschulabsolvent, dann können durchaus Zusatzqualifikationen wie der Besuch von Computerkursen, ein Schüleraustausch oder die Erwähnung, Klassensprecher gewesen zu sein, wichtige Bestandteile des Lebenslaufs sein. Der Lebenslauf wird maschinell auf dem PC mittels Textverarbeitung erstellt und nur in Ausnahmefällen heute noch handschriftlich gefertigt, insbesondere bei besonderen Berufsgruppen.
Die Chronologische Auflistung der beruflichen Stationen, der Ausbildung sowie die Stammdaten mit Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse sind die wesentlichen Bestandteile des Lebenslaufs. Je nach Lebensalter und Berufserfahrung kann der Lebenslauf daher auch durchaus länger als eine DIN-A4-Seite lang sein. Heute ist es üblich, dass die Chronologie rückwärts angeordnet ist, also die momentane Tätigkeit an oberster Stelle steht und vom Datum dann immer weiter in die Vergangenheit reicht. Auch ist es heure üblich, Angaben zu Beruf, Ausbildung, Weiterbildung oder gegebenenfalls Wehr- oder Zivildienst oder sozialen Jahren von einander zu trennen und an oberster Stelle hier ebenfalls die beruflichen Stationen auflistet.
Der Verfasser möchte mit dem Lebenslauf wie auch mit der gesamten Bewerbung den bestmöglichen Eindruck beim Adressaten hinterlassen.
Eine allgemeingültige Lebenslauf-Vorlage gibt es nicht, da jeder Lebenslauf anders ist. Aber es gibt durchaus eine Art Grundschema, an das man sich halten sollte. Ein guter tabellarischer Lebenslauf überzeugt durch kurze, prägnante Formulierungen, eine logische Struktur und das Fehlen von offensichtlichen oder unerklärten Lücken.
Wie auch beim Anschreiben geht es darum, den Inhalt auf die konkrete Bewerbung anzupassen und die für die angestrebte Position relevanten Aspekte besonders herauszustellen ohne dabei aber die Tatsachen zu verdrehen. Schreiben Sie in Ihren Lebenslauf nichts hinein, was Sie nicht wirklich wissen, können und bereits getan haben. Das gilt insbesondere für Positionen und Branchenkenntnisse. Hier geht es nicht darum, gegebenenfalls ein wenig zu mogeln, Falschangaben können strafrechtliche Bedeutung haben!
Anordnung der Daten
Genauso wie das Anschreiben einer Bewerbung muss der Lebenslauf individuell gestaltet und dem anzuschreibenden Unternehmen sowie der jeweiligen Situation entsprechend angepasst werden.Checkliste Bestandteile eines Lebenslaufs
Ein Lebenslauf umfasst gewöhnlich folgende Bestandteile:- die Überschrift Lebenslauf oder Curriculum Vitae
- Bewerbungsfoto (meist in Farbe und oben Rechts angeordnet falls nicht schon auf einem separat erstellten Deckblatt vorhanden) entweder als echtes Foto oder digital eingesetzt
- Persönliche Daten (Name, Anschrift, Telefonnummer(n), E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und -ort, Nationalität, Geschlecht, Familienstand, Anzahl der Kinder. Bei Schülern und Studenten meist Namen und Berufe der Eltern
- bisherige Berufe, Berufserfahrung oder Praktika
- Ausbildung (Schulbildung mit Abschlüssen, Studium, Weiterbildung mit Abschlüssen oder Urkunden/Zertifikaten)
- sonstige Qualifikationen und Kenntnisse: IT, Sprachen, Führerschein, Hobbys
- zusätzliche Qualifikation
- Auslandsaufenthalte, Schüleraustausche (keine Urlaube auflisten)
- Veröffentlichungen und Publikationen
- Auszeichnungen
- Ort, Datum, Unterschrift
Die Form des Lebenslaufes ist weltweit ebenfalls nicht genormt. In manchen europäischen Ländern wird der Lebenslauf der Bewerbung kurz gefasst. Besteht bei den ausländischen Unternehmen ein Interesse, bekommt der Bewerber einen Bewerbungsbogen, eine sogenannte application form, zugeschickt, auf dem er ausführliche Angaben einträgt. Insbesondere in Deutschland wird das Bewerbungsfoto so hoch gewichtet wie in kaum einem anderen Land. Aktualisieren Sie Ihren Lebenslauf kontinuierlich und kopieren Sie ihn nicht einfach immer wieder. Entweder haben sich Daten geändert oder die man sollte ihn an die Zeitgemäße Darstellungsform anpassen.
Im Folgenden können Sie sich anhand des Leitfadens von bewerbung-forum.de einen guten ersten Überblick zur Erstellung Ihres eigenen Lebenslaufs verschaffen:
Ziele des Lebenslaufs
Mit dem Lebenslauf geben Sie dem Leser einen Überblick über Ihre Ausbildung und berufliche Entwicklung in sachlicher und zeitlicher Dimension. Der Leser Ihres Lebenslaufes wird, sofern Sie sich durch das Anschreiben nicht schon diskreditiert haben, Ihren schulischen und beruflichen Lebensweg genau prüfen.Dazu legt er, genau wie beim Anschreiben, seine erste Aufmerksamkeit auf die Form: keine Eselsohren und Flecken, sinnvolle Untergliederung, geeigneter Schrifttyp und geeignete Schriftgröße, Auswahl der Formatierungen, Beachten allgemeiner Formregeln, allgemeine Papierbeschaffenheit, verwischte Druckerschwärze etc. Danach interessieren den Leser inhaltliche Fragen, die im Lebenslauf beantwortet werden sollten:
Checkliste Fragen zum Lebenslauf
- Welche Ausbildung besitzt der Bewerber?
- Stimmen die Qualifikationen mit den Anforderungen der Stelle überein?
- Welche Berufserfahrungen kann der Bewerber vorweisen?
- Über welchen beruflichen Status verfügt der Bewerber gegenwärtig?
- Gibt es nebenberufliche Engagements oder Interessen, die die Eignung des Bewerbers unterstützen?
- Welche Lücken bzw. Phasen der Nicht-Berufstätigkeit stellen sich im Lebenslauf dar?
Auf solche und ähnliche Fragen sucht der Leser Antworten. Im Lebenslauf haben Sie die unumschränkte Möglichkeit, konkrete Antworten auf die Fragen zu geben. Daher versetzen Sie sich am besten in die Lage des Bearbeiters Ihrer Bewerbung und fragen sich selbst, was einen Personalverantwortlichen interessieren könnte, damit dieser sicher ist, den richtigen Bewerber auszuwählen. Grundsätzlich sind zwei Arten von Lebensläufen zu unterscheiden: den ausformulierten Lebenslauf und den tabellarischen Lebenslauf. Im Folgenden befasst sich der Artikel mit dem tabellarischen Lebenslauf, der in den meisten Fällen üblich ist.
Gliederung und Inhalt
Es hat sich in der Praxis bewährt, den Lebenslauf der Bewerbung grob in vier Gruppen einzuteilen, um so die Übersichtlichkeit zu gewährleisten und die Daten inhaltlich prägnant darzustellen: Persönliche Daten, Ausbildung, Beruflicher Werdegang, Besondere Kenntnisse und WeiterqualifizierungUm die zeitliche Abfolge der einzelnen Lebenslaufdaten innerhalb einer Gruppe nachzuvollziehen, besonders in den Gruppen "Ausbildung" und "Beruflicher Werdegang", ist es üblich, die Daten unter Angabe der genauen Zeiträume chronologisch zu ordnen: zuerst die älteren Angaben und dann zeilenweise, nach zeitlicher Abstufung die jüngeren Angaben präsentieren. Daneben ist aber auch die umgekehrt chronologische Anordnung möglich, so dass Ihre letzte Lebenslaufstation in den Gruppen jeweils als erster Punkt aufgeführt wird. Dieses Vorgehen empfiehlt sich vor allem für die Gruppe "Beruflicher Werdegang" und bei schon längerer Berufstätigkeit.
Checkliste: zu den "Persönlichen Daten" im Lebenslauf gehören:
- Vorname, Familienname; Geburtsdatum, Geburtsort
- Anschrift mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse (In Abhängigkeit von der Angabe auf anderen Elementen der Bewerbungsunterlagen, beispielsweise auf dem Deckblatt.)
- Familienstand (Es reicht aus, "verheiratet" oder "unverheiratet" anzugeben.)
- Kinder (Die Angabe der Anzahl der Kinder reicht aus.)
- Staatsangehörigkeit (Eher bei ausländischen Bewerbern empfehlenswert.)
- Konfession (Letzteres ist kein Muss; die Angabe empfiehlt sich bei entsprechenden Berufen bzw. Arbeitgebern => kirchliche Träger.)
- Eltern, Geschwister (Sehr unüblich - Angabe der Geschwister bei sozialen Berufen, um soziale Kompetenz bzw. Einfühlungsvermögen anzuzeigen.)
Zur Gruppe "Ausbildung" im Lebenslauf gehören alle schulischen, universitären und beruflichen Ausbildungsgänge. Die erreichten Abschlüsse können Sie mit einer Formatierung gesondert hervorheben. Außerdem hat es sich bewährt, wenn Sie nicht nur den Zeitraum Ihrer Ausbildung, die Schule oder den Ausbildungsbetrieb nennen, sondern etwas detaillierter Ihre Ausbildungssituation darstellen - besonders wenn Sie noch ein junger Bewerber sind.
So können Sie auf Ihre Note verweisen, auf Prüfungsfächer eingehen, Leistungskurse oder besondere Studienfächer nennen, übernommene Aufgaben während der Ausbildung prägnant angeben, den Titel Ihrer Abschlussarbeit präsentieren, Auszeichnungen und andere Würdigungen im Lebenslauf aufnehmen. Durch diese Erfahrungen und Kenntnisse kann man sich unter Umständen von anderen Bewerbern sehr deutlich positiv hervorheben.
Dagegen brauchen Sie als berufserfahrener Bewerber die Ausbildungsdaten nicht so detailliert darstellen; teilweise reicht es aus, nur den jeweiligen Abschluss zu erfassen. Daneben sind die Schuldaten mit zunehmenden Berufserfahrungen immer weniger wichtig. Sie sollten - möglichst schon als Berufsanfänger - Ihre Schuldaten zu komprimieren und nicht jeden Ihrer Schulwechsel im Lebenslauf dokumentieren, da der Informationswert dieser zusätzlichen Angaben gegen Null tendiert und damit wertlos für Ihre Bewerbungschancen ist.
Zur "Ausbildung" gehören auch abgeleistete Wehrdienst- und Zivildienstzeiten, Auslandsaufenthalte sowie soziale Engagements (Freiwilliges Soziales Jahr) direkt nach der Schule. Auch hier kann die Darstellung etwas detaillierter über die reine Zeitangabe hinausgehen: Einheit, Funktion, Dienstgrad, Tätigkeiten, Auslandseinsätze etc.
In der Unterrubrik "Beruflicher Werdegang" des Lebenslaufes gehen Sie dann auf Ihre beruflichen Stationen ein: Zeiträume, genaue Art der ausgeübten Tätigkeit, Aufgaben- und Verantwortungsbereich und Arbeitgeberdaten. Jeden beruflichen Aufstieg, besonders auch innerhalb einer Firma, müssen Sie deutlich kennzeichnen. Bei sehr vielen beruflichen Stationen, die keine Ausbildung erfordern, lohnt es sich, einzelne Stationen zusammenzufassen, um so eine prägnante Darstellung zu gewährleisten. Diese Zusammenfassung ist ebenso angebracht, wenn die zusammengefassten Stationen hinsichtlich der Aufgaben nur einen geringen Bezug zur ausgeschriebenen Stelle haben.
Die Gruppe "Besondere Kenntnisse und Weiterqualifizierung" im Lebenslauf enthält dann Angaben zu Fähigkeiten, die Sie sich zusätzlich außerhalb der eigentlichen Schul- und Berufslaufbahn angeeignet haben, und zu besonderen Tätigkeiten: Sprach- und IT-Kenntnisse, Methodenkenntnisse, Weiterbildungsangaben, ehrenamtliches Engagement, (relevante) Mitgliedschaften in Vereinen oder besondere Interessen, die einen Bezug zur Stelle aufweisen bzw. die Ihnen wichtige Charaktereigenschaften nachzeichnen und normalerweise als positiv bewertet werden.
Probleme und Lücken im Lebenslauf darstellen
Bei der Gestaltung des Lebenslaufes treten bei den meisten Bewerbern Schwierigkeiten auf, wenn es um die Lückenlosigkeit und die Relevanz von Lebenslaufstationen geht. So sind mehrere Monate Freiraum zwischen zwei Arbeitsverhältnissen, eine lang andauernde Arbeitslosigkeit oder eine schwere Krankheit darzustellen. Aber auch die Einordnung von beispielsweise Erziehungs-, Wehrdienst- oder Pflegezeiten können Bewerber vor größere Probleme stellen, da sie die chronologische Reihenfolge der Berufstätigkeit durchbrechen. Zusätzlich tritt häufig das Problem des häufigen Arbeitsplatzwechsels auf oder das Arbeiten in nicht erlernten Berufsfeldern.Folgende Situationen stellen die Bewerber bei der Gestaltung des Lebenslaufes immer wieder vor Problemen:
- Arbeitslosigkeit im Lebenslauf darstellen
- Längere gesundheitliche Beeinträchtigung
- Elternzeit (Formulierungen für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit.)
- Pflegezeit
- Wehr-/Zivildienst
- Auslandsaufenthalt/ Auszeit (privater Natur)
- Häufiger Arbeitsplatzwechsel
- Vorherige Kündigungen
- Selbstständigkeit
- Ausbildungsabbruch/ Studienabbruch
Weitere Tipps für den Lebenslauf
Die folgende Liste von bewerbung-forum.de enthält weitere nützliche Tipps für die Gestaltung eines Lebenslaufes:- Benutzen Sie weißes und natürlich unliniertes Papier für den Lebenslauf. Wenn es Ihr Geldbeutel zulässt, dann können Sie für Ihre Bewerbung auch höherwertige Papiere als nur Kopierpapier verwenden, zum Beispiel Papier mit Wasserzeichen in der Stärke 100g/m2.
- Der Lebenslauf wird mit dem Computer verfasst und tabellarisch angeordnet. Von dieser Vorgehensweise ist nur abzuweichen, wenn in der Stellenausschreibung ausdrücklich um andere Lebenslaufarten - also einen ausformulierten Lebenslauf - gebeten wird.
- Der Lebenslauf einer Bewerbung enthält im Gegensatz zum Anschreiben einer Bewerbung keine Anrede des Empfängers und auch keine Grußformel am Ende.
- Wenn Sie Ihr Bewerbungsfoto auf den Lebenslauf befestigen wollen, dann ist der richtige Ort dafür rechts oben auf der ersten Seite im Lebenslauf.
- Die Zeitangaben erfolgen am besten auf den Monat genau - also zum Beispiel 03/2006 - 06/2009.
- Die Angabe von Hobbys im Lebenslauf ist grundsätzlich nicht anzuraten. Verdichten Sie Ihre Hobbys im Anschreiben und auch im Lebenslauf besser zu Interessen, die in Bezug zu den Anforderungen der Stelle stehen (Reisen => kulturelles Interesse an fremden Ländern, Kfz-Tuning => Interesse an mechatronischen und elektrischen Sachverhalten).
- Eine Beschränkung der Lebenslauflänge auf nur eine Seite ist nicht sinnvoll. Sie sollten zwar auch im Lebenslauf einer Bewerbung nicht abschweifen, aber auf zwei Lebenslaufseiten können Sie Ihren Werdegang hinsichtlich der Form und des Inhalts viel besser aufbereiten.
- Die Orts- sowie Datumsangabe im Lebenslauf und Ihre Unterschrift erfolgt linksbündig, wobei nur die Unterschrift des Lebenslaufes handschriftlich erfolgt und unter der Orts- und Datumsangabe steht.
Download-Tipp
Abschließend noch ein Tipp zu Downloadmöglichkeiten von Lebensläufen. Bei Bewerbungsmappen.de finden Sie allein neun unterschiedliche Muster-Lebensläufe, die als word-Dokument geöffnet werden können. Sie brauchen dann nur noch die Daten individuell anzupassen, ohne ein eigenes Layout zu entwickeln, wenn Sie dieses nicht wollen oder können.Literatur
Öttl, Christine und Gitte Härter: Schriftliche Bewerbung. Mit Profil zum Erfolg. München 2008.Püttjer, Christian und Uwe Schnierda: Die beste Bewerbungsmappe. Frankfurt am Main 2008.
