Fremdsprachenkenntnisse


Eine Fremdsprache zu beherrschen ist heute beim Berufseinstieg und auch bei der Berufsausübung unumgänglich. Dabei sind gute Kenntnisse der englischen Sprache als der führenden Weltsprache geradezu Bedingung. Englisch ist die Sprache der internationalen Wirtschaft und Wissenschaft. Kaum ein Lebensbereich ist mittlerweile nicht stark vom Englischen geprägt. Sie bildet auch die Verständigungsbrücke zwischen allen Menschen, die sich über ihre jeweilige Muttersprache nicht verständlich machen können. Landesgesellschaften internationaler Konzerne berichten in Englisch, wissenschaftliche Publikationen werden zunehmend in Englisch verfasst, um international beachtet zu werden und um Geltung zu erlangen.
Neben Englisch ist sicherlich Französisch noch immer eine stark nachgefragte lebende Sprache. Durch die internationalen Beziehungen zu den aufstrebenden Ländern Mittel- und Südamerikas gewinnt Spanisch seit Jahren mehr und mehr an Bedeutung und avanciert zu einer der wichtigsten europäischen Handelssprachen. Das rasante Wirtschaftswachstum in Russland und vor allem in China wird ebenfalls nicht ohne Auswirkungen auf die Wahl der Fremdsprache bleiben.
Welcher Spracherwerb im Hinblick auf die zu erwartende Nachfrage am zukunftsträchtigsten ist, ermittelt der sogenannte Steinke-Sprachenindex mit seiner Rangliste der Bedeutung von Sprachen nach Wirtschaftskraft aus 2007. Dabei wird die Entwicklung der Sprachen bis zum Jahr 2025 nach seiner Wichtigkeit als Wirtschaftssprache anhand des Bruttosozialprodukts der Länder prognostiziert. Die Anzahl der Sprecher korreliert dabei nicht zwangsläufig mit der Bedeutung der Sprache als Wirtschaftssprache. Die Rangreihe der ersten 25 Sprachen lautet:

Fremdsprachen nach ihrer Bedeutung

Sprache Rang Sprecherzahl in Sprecherzahl in
Millionen 2005 Millionen 2025
Englisch
1. 340 400
Chinesisch
2. 1100 1330
Japanisch
3. 130 120
Spanisch
4. 360 470
Deutsch
5. 100 94
Französisch
6. 110 120
Italienisch
7. 60 57
Russisch
8. 170 160
Portugiesisch
9. 200 240
Koreanisch
10. 78 86
Arabisch
11. 330 440
Niederländisch
12. 25 24
Hindi
13. 370 470
Türkisch
14. 64 88
Indonesisch
15. 150 180
Polnisch
16. 46 45
Schwedisch
17. 9 9
Persisch
18. 72 96
Dänisch
19. 5 5
Norwegisch 20. 5 5
Griechisch
21. 11 11
Thai
22. 52 61
Finnisch
23. 5 5
Malaiisch 24. 21 25
Hebräisch
25. 7 8

Die Analyse von Steinke zeigt klar die Entwicklung der nächsten 20 Jahre hinsichtlich der Bedeutung von Fremdsprachen auf:
  • Danach ist und bleibt Englisch noch auf Jahre hinweg die wichtigste Weltsprach schlechthin


  • Chinesisch kann sich von Position 5 auf Position 2 vorarbeiten


  • Spanisch wird unter der Annahme einer moderaten wirtschaftlichen Entwicklung in Mittel- und Südamerika an Bedeutung zunehmen


  • Deutsch und Französisch fallen auf die Ränge 5 und 6 zurück


  • Koreanisch schließt mit Rang 10 zu den Top-Ten der zehn wichtigsten Sprachen auf


  • Indien ist ein stark fraktiertes Sprachgebiet. Dennoch gewinnt Hindi als dominierende der vielen Amtssprachen mit Rang 13 an Bedeutung


  • Türkisch, Indonesisch, Polnisch und Persisch werden auf den Rängen 14 bis 16 und 18 zu den dynamischen und prosperierenden Ländern zählen

Die häufigsten in der Bundesrepublik Deutschland erlernten Fremdsprachen sind Englisch als erste Fremdsprache und meist Latein und Französisch als zweite Fremdsprache. Mittlerweile können aber auch andere Sprachen je nach Schule und Region eine bevorzugtere Rolle spielen, so zum Beispiel Spanisch, Italienisch, Russisch oder Dänisch und Holländisch.
Das Marktforschungsinstitut Allensbach hat im Jahr 2008 für die Bevölkerung ab 16 Jahre in der Bundesrepublik Deutschland ermittelt, welche Fremdsprachen nach Selbsteinschätzung der Befragten gesprochen werden. Die Frage von Allensbach lautete: Welche Sprachen können Sie zumindest einigermaßen gut sprechen und verstehen? Das Ergebnis zeigt, dass 63 % angaben, zumindest Englisch einigermaßen gut sprechen und verstehen zu können. Es folgen Französisch mit 18 %, Holländisch mit unter 10 %, Italienisch, Russisch, und Spanisch mit bereits unter 5 %. Bemerkenswert dabei ist, dass mehr als 30 % der Befragten angab, gar keine Fremdsprache sprechen zu können.
Dies ist umso erstaunlicher, da die Beherrschung mindestens einer Fremdsprache in diversen Branchen als Schlüsselqualifikation, zum Beispiel im Tourismus, im Handel und in der Forschung, gilt.

Fremdsprachen im Lebenslauf

Innerhalb der Bewerbung darf der Punkt Fremdsprachenkenntnisse nicht fehlen. Die Wortwahl ist dabei nicht genormt. Ausdrücke wie ausbaufähig, Grundkenntnisse, fließend in Schrift und Wort oder verhandlungssicher existieren ebenso wie eine an Schulnoten orientiere Bewertungen wie gut oder sehr gut. Zertifizierte Einordnungen liefern Sprachtests, basierend auf den Normen UNIcert-Zertifikatssystem, TOEFL-Englisch-Test und TCF-Französisch-Test.

Einstufung Fremdsprachenkenntnisse

  • ausbaufähig / Grundkenntnisse oder auch Schulkenntnisse: Schulkenntnisse, die zur Orientierung dienen und eine einfache Verständigung zulassen


  • gute Englisch-Kenntnisse oder konversationsfähig: Unterhaltungen und Telefonate sind problemlos möglich


  • sehr gute oder fließende Kenntnisse: Fließend bedeutet weniger als verhandlungssicher, setzt aber eine problemlose Verständigung voraus. Die Teilnahme an fachbezogenen Unterhaltungen und Diskussionen ist gewährleistet.


  • verhandlungs- und vertragssicher: Die Sprachkenntnisse erreichen annähernd das Niveau eines Muttersprachlers. Dies sollte nur angegeben werden, wenn Sie wirklich in der Situation waren zu verhandeln und Auslandserfahrung besitzen.


  • Muttersprachler

Literatur

Birkenbihl, Vera F.: Sprachenlernen leichtgemacht!: Die Birkenbihl-Methode zum Fremdsprachenlernen. München 2006.

Kleinschroth, Robert und Lohmann, Christine: Sprachen lernen: Der Schlüssel zur richtigen Technik. Reinbek bei Hamburg 2005.