Personalberater
Personalberater werden auch Headhunter genannt. Ihr Tätigkeitsfeld ist identisch. Der Unterschied zwischen beiden Begriffen liegt lediglich in der Eigendefinition und dem Selbstverständnis des Beraters. Der Personalberater vermittelt für eine Provision passendes Personal an Arbeitgeber. Personalberatung ist eine Dienstleistung innerhalb der Unternehmensberatung. Die Hauptaufgabe besteht in der Suche und Auswahl von hochqualifizierten Führungskräften und Spezialisten. Anhand eines Besetzungsprofils findet die Personalsuche statt, an dessen Ende der Kontakt zwischen Interessenten und Arbeitgeber erfolgt und der idealer Weise zu einem Vertragsabschluss und einem Beschäftigungsverhältnis führt. Sucht eine Personalberatung ausschließlich Führungskräfte, dann sprich man auch von Executive Search. Die Begriffe Personalberat, Headhunter und Executive Searcher bezeichnen alle hauptsächlich die Führungskräftevermittlung und der Direktansprache von Arbeitnehmern. Eine Liste von Personalberatern kann aufgrund der Spezialisierung im Grunde nicht erstellt werden. In der Regel gibt es je nach Branche, zum Beispiel Medien oder Banken und Handel oder Chemie, spezialisierte Personalberater.
Klassische Personalberatung wird vom Arbeitgeber finanziert, um dessen Nachfrage nach Arbeitskräften zu befriedigen, insbesondere von Fach- und Führungskräften, an denen grundsätzlicher Mangel herrscht wie bei Ingenieuren. Der Begriff Personalvermittler ist historisch eher für Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit und für solche Personalberater belegt, die vor allem einfache sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse aus der Arbeitslosigkeit heraus vermitteln. Sie wird in der Regel von Arbeitssuchenden in Anspruch genommen, die Probleme bei der Arbeitssuche haben. Die Finanzierung erfolgt bei privaten Arbeitsvermittlungen durch den Arbeitssuchenden selbst oder bei staatlichen Vermittlern, die zur Senkung der Arbeitslosenzahlen und Sozialausgaben eingerichtet wurden, durch den Staat. (Bundeagentur für Arbeit).
Hauptsächlich setzen Personalberater für ihre Suche die Methoden der anzeigengestützte Suche und der Direktsuche (Direct Search) ein.
Bei der Anzeigensuche schaltet der Personalberater Stellenanzeigen in entsprechenden Onlineportalen oder Printmedien. Printanzeigen in Tages- und Wochenzeitungen oder Fachzeitschriften stellen die Basisansprache über Print dar, allerdings mit abnehmendem Erfolg durch die neuen elektronischen Möglichkeiten; insbesondere des Internets. Bei der Schaltung von Anzeigen im Internet steht dem Personalberater eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, wie zum Beispiel soziale Karrierenetzwerke, Stellenbörsen, Jobportale und Meta-Jobsuchmaschinen.
Findet eine Direktsuche statt, dann erfolgt die direkte und aktive Ansprache eines oder mehrerer Kandidaten durch den Personalberater, den er dann auf persönlichem Wege kontaktiert. Bei Übereinstimmung mit den Profilwünschen des Arbeitgebers versucht der Berater, den betreffenden Kandidaten zum Wechsel zu bewegen. Die vorausgegangene Personalrecherche erfolgt über verschiedene Quellen wie zum Beispiel interne Datenbanken, Veranstaltungen, Messen und vor allem das eigene Netzwerk. Moderne Personalberatungen bedienen sich zu diesem Zweck ähnlich wie bei der Anzeigensuche vor allem des Internets. Hier wird aber oftmals die Qualität wie bei der handverlesenen Direktansprache nicht erreicht.
Nach der Erstellung eines Anforderungsprofils nach den Wünschen des Arbeitgebers wird unter den fixierten Kandidaten eine Vorauswahl getroffen. Die geeignetsten Kandidaten von meist zwei bis fünf Personen aus der engeren Wahl werden dem Auftraggeber vorgestellt.
In der Regel liegen die Honorare der Personalberater zwischen 20und 35 Prozent eines Jahresbruttogehalts der zu besetztenden Position. Gängig sind außerdem Festhonorare. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach der der zu besetzenden Position, der Branche, dem Wettbewerbsumfeld, der kunjunkturellen Lage und der Suchmethode ab. Unabhängig davon verlangen Personalberatungen aufgrund des hohen Grundaufwands zumeist ein Mindesthonorar, unter welchem die Aufnahme Ihrer Arbeit wirtschaftlich unrentabel ist.
Oliver, Haag/Jasmin, Henkel: Headhunting - Direktansprache am Arbeitsplatz. In: Der Personalleiter, Heft 9. 2007.